Kreuzweg auf der Halde Haniel

 

Der Kreuzweg auf der Halde Haniel ist ein Ankerpunkt für die Menschen im Revier, nicht nur an Karfreitag, sondern über das gesamte Jahr. Der Kreuzweg erinnert an die Leidensgeschichte Jesu und an den besonderen Stellenwert der Bergmannstradition im Ruhrgebiet.

Die Kreuzwegstationen

Die Kreuzwegstationen auf der Halde Haniel sind einzig in ihrer Art und Präsentation. Da der Kreuzweg auf einer Bergehalde erstellt wurde, sehen wir an jeder Station ein Förderturmmodell, symbolisch für den Bergbau im Revier. Im oberen Teil des immer gleichen Förderturmes ist eine Kupferplatte mit einer Darstellung zur jeweiligen Station eingebaut. Es sind in Kupfer geätzte Zeichnungen aus der Feder von Tisa von der Schulenburg, genannt Schwester Paula, aus dem Ursulinenkloster in Dorsten. Die Zeichnungen wurden von Bergleuten im Ruhestand in Kupfertafeln geätzt und von Auszubildenden des ehemaligen Bergwerks Prosper-Haniel in das stilisierte Doppelbockgerüst der benachbarten Schachtanlage Franz Haniel eingearbeitet.
Bei jeder Station des Kreuzweges ist auch ein Arbeitsgerät aus dem Bergbau aufgestellt. An jedem dieser Elemente ist eine Kupfertafel angebracht mit Zitaten aus der Arbeitswelt und von besonderen Persönlichkeiten wie Papst Johannes Paul II., Franz Kardinal Hengsbach, Bischof Dr. Hubert Luthe, Nikolaus Groß, Dietrich Bonhoeffer und anderen.
Den Abschluss des Kreuzwegs bildet ein großes Kreuz aus Spurlatten auf dem Haldenplateau.

Tisa von der Schulenburg – Schwester Paula

Elisabeth Gräfin von der Schulenburg wurde 1903 in Mecklenburg geboren. Die studierte Künstlerin zog 1933 mit ihrem Mann, dem jüdischen Unternehmer Fritz Hess, nach England. Dort kam sie in Kontakt mit streikenden Bergleuten, denen sie Schnitzkurse gab. In der Nachkriegszeit führte ihre Tätigkeit als Journalistin sie ins Ruhrgebiet, wo sie in einer Zechenkolonie in Recklinghausen wohnte. Die Begegnungen mit den Bergleuten hielt Tisa von der Schulenburg in ihrem künstlerischen Schaffen fest, auch nachdem sie 1950 in das Kloster der Ursulinen in Dorsten eingetreten war. 1994 bekam sie von Angela Merkel, damals Bundesministerin für Frauen und Jugend, das Bundesverdienstkreuz für ihr Lebenswerk und für ihr ausgeprägtes soziales Engagement verliehen. Noch im hohen Alter solidarisiert sie sich mit streikenden Bergleuten in Dorsten und beteiligt sich 1997 an der Mahnwache gegen die drohende Schließung des dortigen Bergwerks. 2001 starb sie im Alter von 97 Jahren in Dorsten.

Chronologie des Kreuzweges

1987
Bau eines Kreuzes aus Spurlatten, anlässlich des Besuchs von Papst Johannes Paul II

Karfreitag 1992
Aufstellen des Kreuzes auf der Halde und Einweihung durch Bischof Dr. Hubert Luthe und Weihbischof Franz Grave

September 1993
Die Idee von Bergwerksdirektor a. D. Hanns Ketteler, einen Kreuzweg bis zum Haldenplateau zu errichten, setzt sein Nachfolger Michael Eisenmenger fort. Die umliegenden Kirchengemeinden und Verbände wirken bei der Umsetzung des Projektes mit.

Dezember 1993
Gestaltung der 15 Kreuzwegstationen nach Rohrfederzeichnungen der Ordensfrau und Künstlerin Tisa von der Schulenburg

Bis April 1995
Bau und Aufbau der Stationen

Karfreitag 1995
Einweihung des Kreuzweges durch Bischof Dr. Hubert Luthe

Kreuzweg Stationen

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